Berufsbild Informationselektroniker/in

1998 entstand der neue Ausbildungsberuf des Informationselektronikers im Handwerk. Dazu wurden die Berufe Radio- und Fernsehtechniker und Büroinformationselektroniker zusammengelegt, um dem Handwerk in einer Zukunftsbranche neue Marktchancen zu eröffnen. Seit Sommer 2000 bilden 44 Handwerksbetriebe aus dem Kammerbezirk Hannover in der Informationstechnik aus.

Der Informationselektroniker sorgt dafür, dass die Informations- und Kommunikationstechnik in Betrieben und bei Privatkunden reibungslos funktioniert. Die Palette der Hardware, die der Auszubildende zu reparieren lernt, reicht dabei von Computern, Monitoren, Daten-Netzen, Telekommunikations- und Satellitenanlagen bis hin zum klassischen TV-Gerät und der gesamten digitalen Medienwelt: CD- oder DVD-Player, Digital-Cameras und HiFi-Anlagen. Aber nicht nur die Reparatur dieser hochsensiblen Geräte steht auf dem täglichen Arbeitsplan des Informationselektronikers, sondern auch die kompetente Beratung der Kunden, wenn ein ganzes Informations- und Kommunikationssystem installiert werden soll. Dabei hilft man bei der Entscheidung, welche Hardware und welche Software für den entsprechenden Zweck zu bevorzugen ist, stellt die neuen Geräte auf und nimmt sie in Betrieb. Nicht zuletzt müssen die Kunden in die Software eingewiesen sowie Arbeitsplätze untereinander und weltweit vernetzt werden.

Die dreieinhalbjährige Ausbildung erfolgt im Betrieb, in der Berufsschule und der überbetrieblichen Ausbildungsstätte. Das Ausbildungsprogramm erfolgt zu knapp einem Drittel der Ausbildungszeit in einem der zwei Schwerpunkte: Bürosystemtechnik oder Geräte- und Systemtechnik. Vor dem Ende des zweiten Lehrjahres kontrolliert eine Zwischenprüfung den Kenntnisstand der Auszubildenden. Die Ausbildungsvergütung beträgt im 1. Lehrjahr 342,57 €, im 2. Lehrjahr 373,24 €, im 3. Lehrjahr 424,37 €, im 4. Lehrjahr 465,28 €.

In der Praxis erweisen sich die Informationselektroniker als wahre Meister der Analyse. Das beginnt mit der Untersuchung der Arbeitsabläufe sowie der Informationsflüsse. Später befassen sie sich mit der Fehleranalyse, um defekte Produkte und Systeme anhand von Serviceanleitungen und Handbüchern wieder funktionsfähig zu machen. Dazu sind gutes Auffassungsvermögen und abstraktes Denken unverzichtbar. Weitere wichtige Themen sind die Sicherheit am Arbeitsplatz, Umweltschutz, Energiesparmaßnahmen und Datenschutz.

Nach der Gesellenprüfung ist die Erstausbildung beendet, die berufliche Weiterqualifizierung ist allerdings dringend notwendig, denn die Halbwertzeit des Wissens wird in dieser Branche nicht in Jahren, sondern Monaten angegeben. Für junge Leute, die weiterkommen wollen, eröffnen sich allerdings elektrisierende Perspektiven. Eine Vielzahl von Kursen und Seminaren bieten ideale Möglichkeiten zur beruflichen Fortbildung. Nach drei Jahren Berufspraxis kann man die Meisterprüfung ablegen und sich mit einem eigenen Betrieb selbständig machen. Oder man qualifiziert sich zum Techniker der Fachrichtung Elektronik oder zur Technischen Fachwirtin - Elektro weiter.